
Beinahe ein Viertel des Landes ist mit Wald bedeckt. Den üppigsten Baumwuchs zeigen der Südosten und das Gebiet der südwestlichen Fjorde. Dort wachsen noch Laubbäume wie Eichen, Buchen, Ahorn, Ulme, Eberesche und Haselnuss. Doch 70% der Wälder des ganzen Landes bestehen aus Nadelbäumen (Tannen und Föhren). Im Südosten liegt die Baumgrenze bei etwa 1000 m und an der Küste bei etwa 500 m, während sie im Norden bis auf 300 m absinkt. Die letzten Bäume, die noch in der Höhe wachsen, sind Birken, vor allem die in den Alpen nur selten vorkommende Zwergbirke. Noch etwas weiter hinauf reichen die Wacholderbüsche.
Der Wald, die Grundlage der bedeutenden norwegischen Holzindustrie, ist meist urwüchsig und reich an Heidel- und Preiselbeeren, teilweise auch an Pilzen. Eine besondere Beerenart, die außerhalb Skandinaviens kaum bekannt ist, sind die sehr geschätzten Moltebeeren. Am Tysfjord kann man viele wilde Erd- und Himbeeren finden.
Die baumlosen Regionen, eine moorige oder steppenartige Hochgebirgstundra, Fjell (»Feld« oder Vidda (»Weite, Hochebene«) genannt, sind die eigenartigste Landschaft Norwegens. Am Boden kriechende Beerenbüsche, Zwergsträucher, Wollgras, Rentierflechten und Moose bestimmen ihr Vegetationsbild. Ihr reicher Pflanzenteppich und ihre Blütenpracht sind unvergleichlich. Im Herbst leuchtet das Fjell in roten und gelben Farben.