
Als im Jahre 1891 August Kriegsman Gran die Idee hatte, eine Express-Schiffslinie zwischen Trondheim und Hammerfest zu eröffnen, wurde er zuerst enttäuscht. Keine namhafte Schiffsgesellschaft wollte die Linie betreiben, vor allem, weil sie die Fahrten in der winterlichen Dunkelzeit für unmöglich hielten. Zur damaligen Zeit gab es nur 28 Leuchttürme nördlich von Trondheim.
Eine junge Firma mit Sitz in Stokmarknes (wo es heute übrigens ein Hurtigruten-Museum gibt), nahm die Herausforderung an. 1893 schlossen sie mit der Regierung einen Vertrag über 4 Jahre und verpflichteten sich, die Strecke Trondheim – Hammerfest im Sommer und Trondheim – Tromsø im Winter mindestens einmal die Woche zu bedienen.
Als dann in späteren Jahren Straßen gebaut wurden, verloren die Schiffe einiges an Bedeutung. Sie waren auf einmal nicht mehr die einzigen, die den Norden mit nötigen Gütern versorgten.
Im Laufe der Zeit hat man den aufkommenden Tourismus erkannt und sofort darauf reagiert. Heute lassen sich vor allem Touristen auf einer der schönsten Seereisen der Welt von Bergen Richtung Norden befördern, doch der Güterverkehr wurde nie komplett aufgegeben.
Am Abend des ersten Tages wird Bergen verlassen. Die kleine Insel Florø wird während der Nacht passiert und am frühen Morgen Maløy angelaufen. Hier trifft man auf den atlantischen Ozean, indem das Westkap umfahren wird. Dann öffnet sich das europäische Nordmeer und gibt den Blick frei bis Amerika. Nach Torvik wird das schöne Ålesund erreicht, die Stadt, die 1904 durch einen Großbrand zerstört und mit Hilfe des deutschen Kaisers, im Jugendstil wieder aufgebaut wurde.
Als nächstes steht auf einem Abstecher der wohl schönste Fjord Norwegens auf dem Programm, den "Geirangerfjord", vorbei an den Wasserfällen "die sieben Schwestern" und "den Freier". Der Blick vom Schiff auf die einsamen Bauernhöfe "Skagefla" und "Knivsfla", die mitten in der Felswand kleben, ist unglaublich. Später erfolgt die Rückkehr nach Ålesund, wo die Fahrt in die Rosenstadt Molde und nach Kristiansund fortgesetzt wird.
Fährüberfahrt von Svolvær nach Skutvik
Aufgenommen am: 02.08.2003
Nachdem im Trondheimsfjord die kleine Insel Munkholmen mit dem mittelalterlichen Kloster passiert wurde, läuft das Schiff in Trondheim ein. Die vor über 1000 Jahren gegründete ehemalige Königsstadt lädt zu einer Besichtigung ein, z.B. in die malerische Altstadt mit vielen bunten Holzhäusern.
Auf der weiteren Fahrt wird der enge Stokksund durchquert und dann weiter über die offene Meeresstrecke von Folda nach Rørvik gefahren. Man nähert sich mit großen Schritten dem Polarkreis. Ein Zeichen, das man im Reich der Mitternachtssonne bzw. ewigen Nacht angekommen ist, je nachdem, in welcher Jahreszeit man unterwegs ist.
Hinter Bodø, dem Verwaltungszentrum der Provinz Nordland, wird der Vestfjord gekreuzt und man lernt die 100 km lange Lofotenwand kennen, eine massive, gezackte Gebirgskette, die unter anderem die Fischerorte Stamsund und Svolvær vom Meer im Westen abschirmen.
Das nächste Tagesziel heißt Tromsø. Bevor man aber über den Vøgsfjord zum engeren Tranøyfjord fahren kann, kommt das Schiff an der zweitgrößten Insel Norwegens, Senja vorbei. Am Nachmittag erreicht das Schiff dann endlich Tromsø. Ca. 45000 Einwohner zählt die größte Stadt nördlich des Polarkreises und ist gleichzeitig die Einfahrt in das arktische Meer.
Wer am nächsten Tag früh aufsteht, kann die Abfahrt von Hammerfest miterleben. Nun geht es über das offene Meer, mit kurzem Aufenthalt in Havøysund, bevor man durch den Magerøysund in Richtung Nordkapinsel fährt. In Honningsvåg, mit einem bedeutenden Fischereihafen ausgestattet, kann man mit dem Bus zum Nordkapplataeu fahren.
Zurück auf dem Schiff kann man auf Steuerbordseite einen der größten Vogelberge der Welt betrachten, den großen Svaerholtkluppen, bevor die charakteristische Finnkjerka und danach der Kjøllefjord auftauchen.
In Kirkenes schließlich wird der Wendepunkt der Reise erreicht. Man ist hier nur wenige Minuten von der russischen Grenze entfernt und auf dem gleichen Längengrad wie St. Petersburg und Kairo.
Während der Schifffahrt genießt man zwar schon die tolle Aussicht auf eine wunderschöne vorbeiziehende Landschaft, doch einige Sehenswürdigkeiten liegen nun mal weiter im Landesinneren, die nicht vom Schiff aus betrachtet werden können. Dafür wurden eigens Exkursionen arrangiert, die auf dem Schiff gebucht werden können. Die Durchführung ist natürlich abhängig vom Wetter und der Anzahl der teilnehmenden Personen.
Unter anderem wird folgendes angeboten: