Tromsø

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2003 Norwegen
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Beschreibung

Beschreibung / Geschichte

Tromsø (59100 Einwohner, Rentiere nicht mitgezählt) ist zwar mit einer Fläche von etwa 2558 km² die größte Stadt von Norwegen, jedoch konzentriert sich der Handel und das kulturelle Leben nur auf die im Tromsøsund liegende Insel Tromsøya. Das restliche Stadtgebiet ist eher dünn besiedelt. Einige Teilgebiete davon werden sogar als Rentiergehege benutzt.

Tromsø wurde im Jahr 1250 gegründet. Die ersten Häuser und der Hafen befanden sich im heutigen Stadtteil Skansen am westlichen Ende der heutigen Brücke nach Tromsdalen.
Obwohl Tromsø für den Seehandel im Norden sehr günstig lag und sich gut entwickelte, bekam der Ort aber erst 1794 die Stadtrechte. Das mag vor allem an den führenden Positionen von Bergen und Trondheim im südlichen Landesteil gelegen haben, vielleicht aber auch an der geringer Einwohnerzahl, die selbst 1815 erst bei 75 (!) lag. Danach ging es langsam aber stetig mit dem Handel und den Einwohnerzahlen bergauf, die 1900 schon bei 7000 lag.
Im 19. Jahrhundert, in der Blütezeit der Stadt, berichteten Reisende in ihren Briefen nach Hause begeistert von der Bildung, Kultur und Gastfreundlichkeit Tromsøs, „völlig unerwartet so nahe des Nordpols“. Die Helden jener Zeit, die Polarforscher nutzten die Stadt als Ausgangspunkt für ihre Expedition gen Norden, warum Tromsø auch heute noch das „Tor zum Eismeer“ genannt wird. Hier gab es Menschen, die Erfahrung und Wissen über die Polargeschichte mitbrachten und diese an andere weitergaben. Die kleine Stadt erlangte einen großen Ruf.
Bis 1982 bestand eine direkte Schiffverbindung zu den Spitzbergen, bevor sie durch eine Fluglinie ersetzt wurde.

Heute ist die Hauptstadt der Fylke Troms ein Zentrum für Lehre, Forschung und Kultur in Nordnorwegen geworden und die Bevölkerung ist eine der bestausgebildeten Norwegens, befindet sich doch innerhalb der Stadtgrenzen die nördlichste Universität der Welt.
Ebenso umfassend ist ihr Wissen um die kreativen Seiten des Lebens: Tromsøs Kultur ist geprägt durch Temperament, Engagement und Qualität. Prall gefüllte Festivals regen die Gespräche und Gedanken des heimischen Publikums und der begeisterten Gäste an, aber auch sonst ist das Nachtleben voller aufgeschlossener, humorvoller und intensiver Gespräche, begleitet von ausgelassenen heimatlichen oder internationalen Rhythmen. Nordnorweger unterscheiden sich sehr stark von dem, was man eigentlich mit skandinavischer Kultur verbinden würde. Sie sind viel aufgeschlossener und haben einen guten Sinn für Humor.

Tromsø hat seinen Besuchern einiges zu bieten. Museen, Erlebniszentren und alte Holzarchitektur informieren und inspirieren, sowie eine breite Palette von gut besuchten Festivals.
Die Inselwelt rund um Tromsø wird geprägt von geschäftigen Fischendörfern entlang der Küste und idyllisch abgelegenen Orten mit einer phantastischen Vogelwelt. Entlang der kilometerlangen Fjorde erstrecken sich tiefe Wälder und grüne Wiesen eingebettet in eine Bergwelt schneebedeckter Gipfeln und Gletscher.
Samisches, finnisches und norwegisches Kulturerbe sind hier Seite an Seite lebendig.

Tromsø liegt knapp unterhalb des 70° Breitengrades, der auch Sibirien und Alaska durchquert. Man ist zwar noch einige tausend Kilometer vom Nordpol entfernt, aber doch schon rund 400 km nördlich des Polarkreises, so dass man in den Sommernächsten die Mitternachtssonne erleben kann und im Winter das Polarlicht.

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Zahlen & Fakten


Fläche: 2558 km² (Norwegens größte Stadtgemeinde)
geographische Lage: 69.66°N 18.94°O
Fylke: Troms (Tromsø ist Hauptstadt der Fylke)
Beinamen: Tor zum Eismeer
Paris des Nordens
   
Höchsttemperatur: +30,2°C (1972)
Tiefsttemperatur: -18,4°C (1966)
Mitternachtssonne: 21.05. – 23.07.
Dunkelzeit: 21.11 – 21.01.
Schneerekord: 240cm (29.04.1997)
höchste Erhebung: Jiekkevarre (1833 m)

Forschung, Bildung

In Tromsø mit seinen 10.000 Studenten kann man gut studieren. Universität und Hochschule haben ein breit gefächertes Studienangebot. Aber das studentische Leben besteht ja nicht nur aus Vorlesungen, Seminaren, Hausarbeiten und Examen. Man muss ja auch wohnen, essen, die Freizeit gestalten und Kommilitonen kennen lernen. Das Studentenwerk Tromsø verfügt daher über Wohnungen und diversen Freizeiteinrichtungen und arbeitet mit der Stadtverwaltung gemeinsam am Projekt „Studentenstadt Tromsø“. Man will auswärtige Studenten in die Stadt locken und wenn sie erst mal da sind, wollen diese sicher auch nicht mehr weg.
Die Universität wurde 1972 gegründet, um das Ausbildungsangebot in Nordnorwegen zu verbessern. Dreißig Jahre später sind über 6000 Studenten an den Fakultäten eingeschrieben. Die Auswahl ist groß: Medizin, Pharmazie, Jura, Fischerei, Psychologie, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und philogische Fächer. Der Campus der nördlichsten Uni der Welt liegt übrigens in Breivika südlich der Stadtmitte.
Die Hochschule Tromsø bietet kurze und lange Ausbildungsgänge in den Bereichen Ingenieurwesen, Kunst und Kultur, Gesundheit, Lehrerausbildung, Wirtschaft, Verwaltung und Management an. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.

In der Telemedizin z.B. belegt Tromsø weltweit einen Spitzenplatz. Teleübertragungen werden eingesetzt, damit Spezialisten das Gesundheitspersonal in abgelegenen Gegenden unterstützen können. Diese Entwicklung wird wahrscheinlich eine wichtige positive Wirkung auf die Lebensqualität der Menschen in den dünn besiedelten Gebieten haben.

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