Stadtplan / Sehenswertes
Museen, Erlebniszentren, historische Bauten laden zu Besuchen ein und alte Holzarchitektur verleihen Tromsø einen gewissen Charme. Die Inselwelt rund um die Stadt ist geprägt von geschäftigten Fischerdörfer, von einem herrlichen, unberührten Schärengürten mit einer phantastischen Vogelwelt und von einer 10.000-jährigen Geschichte. Entlang der kilometerlangen Fjorde liegen tiefe Wälder und grüne Wiesen geschützt am Fuße spitzer Gipfel und Gletscher.
Samisches, finnisches und norwegisches Kulturerbe sind hier Seite an Seite lebendig.

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Tromsøbrua (Brücke zwischen dem Zentrum und Tromsdalen)
Eismeerkathedrale am Ende der Tromsø Brua | |
| Irgendwie haben die Norweger in der Polarnacht das Zeitgefühl verlernt. Am 30.12. und 31.12. startete praktisch immer irgendwo eine Silvesterrakete gen Himmel. | |
| Aufgenommen am: 31.12.2006 |
Seit 1960 verbindet diese Brücke den Vorort Tromsdalen auf dem Festland mit der Innenstadt auf der Insel Tromsøya. An ihrem Scheitelpunkt ist sie satte 38 m über der Wasseroberfläche und lässt damit sogar das Unterqueren von den großen Kreuzfahrtschiffen der Hurtigrute zu.Die Brücke ist 1036 m lang, doch kann ich eine Überquerung zu Fuß nur empfehlen. Nicht nur, um der Eismeerkathedrale einen Besuch abzustatten, sondern auch, um die Stadt in einer herrlichen Perspektive am Wasser liegen zu sehen.
Der Blick geht weit übers Wasser. Rechts liegt der Hafen der Stadt, dazwischen viele alte Holzhäuser. Am anderen Ufer ist bereits die Eismeerkathedrale zu erkennen und die Wohnhäuser, die am Fuße des grünen Hausberges Storsteinen liegen.
Eismeerkathedrale
Die Tromsdalen Kirke, oder zu deutsch gerne Eismeerkathedrale genannt, ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen von Tromsø.
Eismeerkathedrale | |
| Aufgenommen am: 31.12.2006 |
Das Dach, das bis auf den Boden reicht, besteht aus 11 großen Betongiebeln, die durch Glasfenster voneinander getrennt sind. Die Oberfläche der Giebel ist mit grauen Aluminiumverkleidungen versehen, die das von innen nach außen fließende Licht reflektieren.Form und Farben der Kathedrale symbolisieren die dunkle Jahreszeit und das Nordlicht. Mit etwas Phantasie kann man sich auch riesige treibende Eisbrocken vorstellen, die der Osloer Architekt Jan Inge Hovig 1964 schuf.
So begeistert waren die Menschen aber nicht von Anfang an. Ihre kühne und sehr eigentümliche Konstruktion erregte seinerzeit die Gemüter sehr, doch inzwischen ist die Kirche nicht mehr wegzudenken, wie sie gegenüber des Stadtzentrums am Festland steht.
Wer die Kirche besuchen möchte, braucht nicht lange zu suchen. Kommt man über die Brücke, die die Stadtmitte mit dem Stadtteil Tromsdalen im Osten verbindet, läuft man direkt auf sie zu, wie sie da an der Brückenauffahrt steht.
Im Innern befindet sich auf der östlichen Altarwand Europas größtes Glasmosaik. Das zentrale Motiv auf dieser 140 m² großen Fläche ist "Die Wiederkehr Christi". Wegen der Glasstärke war die traditionelle Bleiverglasung nicht möglich, so dass die 11 Tonnen Glas in Beton und Eisen eingearbeitet wurden (nach der in Frankreich entwickelten Dalle-Technik). Auch die Nordwestseite ist mit einer Fensterfront versehen, die genauso sehenswert ist, allerdings ist der Besuch nicht kostenfrei.
Storsteinen
Einen phantastischen Überblick über die Stadt und die Sunde kann man sich vom Hausberg Storsteinen (= der große Fels) aus verschaffen. In nur vier Minuten bringt einen die Seilbahn 420 m hoch über den Meeresgrund.
Blick auf Tromsø | |
| Vorne rechts im Bild ist der Stadtteil Tromsdalen, wo auch die Eismeerkathedrale am Ende der Brücke steht, die rüber zur Innenstadt von Tromsø führt. Im Hafen legt gerade die Hurtigrute an. | |
| Aufgenommen am: 06.08.2003 |
Erst von hier oben erkennt man deutlich, dass die Innenstadt von Tromsø auf einer großen Insel liegt. Wenn man Glück hat, kann man gerade ein Schiff der Hurtigrute dabei beobachten, wie es in den Hafen einläuft. Das Signal, dass die Schiffe bei jeder Hafeneinfahrt von sich geben, ist bis hier oben nicht zu überhören.Es gilt aber nicht nur die wunderschöne Aussicht zu genießen. Zahlreiche kleinere Wege laden dazu ein, ein wenig herumzulaufen. Wer will, kann sogar zum Gipfelstürmer werden.
Wenn einem dann langsam genug Wind um die Nase geweht ist, kann man sich im Restaurant `Fjellstua’ beispielsweise bei einem Kaffee oder gleich am ganzes Mittags- bzw. Abendessen bei fantastischer Aussicht aufwärmen. Die Bar besitzt zudem noch Schankrecht.
Zu erreichen ist die Talstation der Seilbahn in Tromsdalen (auf dem Festland) per Auto, Bus 26 oder durch einen etwa 30 minütigen, lohnenden Fußweg über die Brücke. In Tromsdalen geht es rechts an der Eismeerkathedrale vorbei in eine Seitenstraße und hinter dem Spar-Markt wieder rechts ab. Der Weg ist gut ausgeschildert.
Polaria
Polaria | |
| Das Gebäude, das eher wie riesige gegeneinander kippende Eisplatten aussieht, beherbergt seit 1998 ein Erlebniszentrum, das sich ganz und gar der polaren Welt widmet. | |
| Aufgenommen am: 01.01.2007 |
Das Gebäude, das eher wie riesige gegeneinander kippende Eisplatten aussieht, beherbergt seit 1998 ein Erlebniszentrum, dass sich ganz und gar der polaren Welt widmet.Hier gibt es einen sowohl interessanten als auch lehrreichen Film über Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt Spitzbergens, den man sich sogar noch gerne anschaut nachdem man das "Original" gesehen hat. Man kann arktische Fische im Aquarium oder Seehunde in ihrem Becken von oben unten und sonstigen Seiten beobachten und lernt viel über die Arktis auf einer „Wanderung durch die Polarwelt“.
Polarmuseum
Ein zwar kleines, aber pädagogisch gut gestaltetes Museum ist das 1976 gegründete Polarmuseum im alten Zollhaus von 1830. Es liegt in reizvoller Umgebung in "Alt-Tromsø" am Hafen nahe dem alten Kai und den alten Holzhäusern von Skansen.
Die Eismeerfischerei ist hier neben der Jagd, Fischerei und Forschung in der Arktis das zentrale Thema, und dem Polarforscher Roald Amundsen, der von Tromsø aus zu seiner letzten Reise aufbrach, ist eine eigene Ausstellung gewidmet.
Marktplatz (Stor Torget)
Kirche auf dem Ric. Withs Plass | |
| Das Bild entstand am Vormittag. Heller wird es hier im Winter nicht. | |
| Aufgenommen am: 30.12.2006 |
Der Marktplatz liegt in unmittelbarer Nähe zum Hafen und war wohl einst der wichtigste Platz im Ort. Händler konnten so ihre Ware direkt vom Schiff zum Marktplatz zum Verkauf anbieten. Obwohl auch heute noch hier regelmäßig Märkte statt finden und der Platz noch immer von vielen Menschen besucht werden, würde ich das eigentliche Ortszentrum doch eher etwas weiter südlich ansiedeln.Hinter dem Platz beginnt die Fußgängerzone, die sich an vielen Geschäften vorbei durch die Altstadt zieht. Man sollte nur nie beim Shoppen die nordischen Gewohnheiten außer Acht lassen. Die meisten Geschäfte schließen bereits gegen sechs Uhr.
Universität
Kunstinteressierten sei in Tromsø der Besuch der Universität im südlichen Stadtteil Breivika empfohlen, nebenbei bemerkt handelt es sich hierbei um die nördlichste Universität der Welt. Die künstlerische Gestaltung dieses durchweg funktionalistischen Gebäudekomplex ist beeindruckend gelungen, besonders faszinierend ist das Kunstwerk "Labyrinthen" auf dem Campus.
Desweiteren findet man auf dem Uni-Gelände das Tromsø Museum und der botanische Garten, beides im Folgenden vorgestellt.
Tromsø Museum (Universitätsmuseum)
Nordnorwegens größtes und ältestes Museum wurde 1872 gegründet und liegt im südlichen Teil der zentralen Insel. Es macht uns mit der Tier- und Vogelwelt Nordnorwegens und der Arktis vertraut und zeigt das Nordlicht. Interessante Fossilien und Dinosaurier, Mineralien und Gesteinsarten aus dem Norden, umfassende Ausstellung zur samischen Kultur und Geschichte von der Eiszeit bis heute ergänzen die Palette.
Gezeigt werden wissenschaftliche Ausstellungen zur Geologie, Zoologie, Botanik, Archäologie und Meeresbiologie, wobei stets die Arktis im Vordergrund steht.
Im Freien kann eine samische "Gamme" besichtigt werden, ein typisches, großes Zelt, sowie eine originalgetreue Kopie eines Wikingerhauses.
Botanischer Garten
Willkommen im nördlichsten botanischen Garten der Welt! Er ist 1600 m² groß und als natürliche Landschaft mit Terrassen und Hügeln, Bachläufen und einem Teich angelegt. Der arktisch-alpine Garten enthält Pflanzen aus arktischen und antarktischen Gebieten sowie Gebirgspflanzen aus aller Welt. Bekannt ist er auch für seine Sammlung von Rhododendren und Steinbrech-Gewächsen.
Der Park liegt auf dem Uni-Campus-Gelände und ist rund um die Uhr geöffnet und dient sowohl als Erholungspark als auch zugleich als lebendiges Museum mit interessanten Pflanzensammlungen.
Nordlichtplanetarium
Im nahen Nordlichtplanetarium wird von Juni bis August täglich der flammende Nachthimmel der Aurora Borealis projiziert. Somit kann man hier auch im Sommer in den winterlichen Nachthimmel blicken.
Am 20. Mai 1989 wurde das Planetarium zum ersten Mal eröffnet, musste allerdings wenige Jahre danach vorübergehend wegen sinkender Besucherzahlen geschlossen werden. Seit 1999 ist es im Besitz der Universität und steht dem Publikum wieder zur Verfügung.
Es gilt als das bedeutendste seiner Art zur Erforschung des Polarlichtes.
Brauerei Macks Ølbryggeri
Willkommen in der nördlichsten Bierbrauerei der Welt. Macks Ølbryggeri wurde 1877 von Ludwig Mack aus Braunschweig gegründet und ist noch immer zu 100% in Familienbesitz. Ihr Slogan lautet „Mack from Pole to Pole“. Da hat sich der gute Luswig ja einiges vorgenommen.
Seit 1878 produziert die Brauerei nun Bier und seit 1894 auch Mineralwasser. Im Laufe der Zeit wurde das Werk modernisiert und erweitert. 1919-1922 zum Beispiel ersetzte man die Dampfmaschinen aus der Gründungszeit durch elektrische und 1955 die riesigen Gärtanks ersetzt.
Produziert wird fast nur für den heimischen Markt. Die Zutaten haben aber eine teilweise weite Anreise hinter sich: der Hopfen kommt aus Bayern oder Tschechien, das Malz aus Finnland, aber das Wasser entnimmt man vor der eigenen Haustür.
Der Bierkeller, der Ølhallen, öffnet erstaunlicherweise schon am frühen Vormittag und war schon von Anfang an ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen, aber auch für Walfänger und Polarforscher.
Nebenbei werden auch Brauereiführungen angeboten. Die Führung umfasst: Rundgang durch die Brauerei, Bierseidel, Sticker und ein Bier nach Wahl in der Ølhallen.
Übrigens: Mack braut ein kräftiges Bier ( 9 verschiedene Sorten ), das mit wenig Druck gezapft wird und so fast ohne Schaumkrone ins Glas kommt.
Nordnorwegisches Kunstmuseum
Das Nordnorwegische Kunstmuseum zeigt seit dem Gründungsjahr 1985 norwegische bildende Kunst und Kunsthandwerk von der ersten Hälfte des 19. Jh. bis zur Gegenwart. Neben der Dauerausstellung werden wechselnde Ausstellungen mit norwegischer und internationaler Kunst von hohem Rang gezeigt. Im Mittelpunkt steht Kunst mit Bezug zu Nordnorwegen.
Kunstverein Tromsø
Eröffnet 1877, bieten die Räumlichkeiten im monumentalen Museumsgebäude von 1894 in einem der schönsten Parks der Stadt wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Ein Kunstgeschäft mit Bildern, Kunsthandwerkprodukten, Plakaten, Büchern und Postkarten schließt den Komplex ab.
Norsk Telemuseum Tromsø
Der Sender wurde 1933/36 gebaut und von da an bis 1991 genutzt. Es war der letzte freie Sender, der bis 7.Juni 1940 senden konnte als König und Regierung nach England flüchteten.
Zur Sammlung gehören Telegraf, Telefonausrüstung, Telefonzentralen und Telefonhäuschen von 1865 bis zum heutigen Bildtelefon und ISDN. Im Mittelpunkt steht aber der 10kw Langwellensender von 1935, der 1952 umgebaut wurde.
Verteidigungsmuseum
Kriegsgeschichtliche Ausstellung in einer ehemaligen Deutschen Marinebatterie, teilweise restauriert, mit Kanonen und weiterem militärischem Gerät sowie einem Kommandobunker mit kompletter Ausrüstung.
Ein weiteres Thema ist das Schlachtschiff "Tirpitz", das am 12. Nov. 1944 bei Håkøya versenkt wurde, und Tromsøbaracke, in der die Kriegszeit in Tromsø veranschaulicht wird.
Das Museum liegt auf dem Festland etwa 4.5 km südlich von Tromsdalen und ist entweder mit dem Auto oder den Buslinien 12 und 28 erreichbar.
