San Francisco

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Geschichte

Die ursprünglichen Einwohner der Bay Area waren die Costanoan Indianer. Lange Zeit blieben sie von der Eroberung durch den weißen Mann verschont. Der Nebel verbündete sich mit ihnen, viele Seeleute fuhren an der im Nebel liegenden Bay Area vorbei.
1534 kam Fortune Ximes vorbei, 1542 Joan Rodrigues Cabrillo. Er segelt von Mexiko aus entlang der Pazifikküste nach Norden, entdeckte die Bucht von San Diego, verfehlt aber den schmalen Einlass zur San Francisco Bay. Sir Francis Drake ankerte am 17. Juni 1579 einige Meilen nordwestlich der San Francisco Bay.

Die Spanier suchten schon lange in der Region einen Hafen, der als Stützpunkt für die Handelsschifffahrt im Pazifik dienen und die Verbindung mit dem Fernen Osten erleichtern sollte.
Fest steht, dass den Spaniern erst von Land her die günstige Lage auffiel.
1769 entdeckte Gaspar de Portola Golden Gate und damit den Eingang der Bay Area. Er war mit dem Auftrag unterwegs, noch größere Gebiete von Kalifornien unter die Herrschaft der spanischen Krone zu stellen. Wie so viele große Entdeckungen war auch diese ein Resultat des Zufalls.
Schon im folgenden Jahr besiedelten die ersten spanischen Kolonisten die Bucht und nannten das Dorf „Yerba Buena“ (Gutes Kraut), nach der schon von den Eingeborenen geschätzten Bergminze.
Rund 200 Jahre später sollte dann ein ganz anderes Kraut die Jugend der Pop- und Subkultur ebenfalls an diesen Ort locken. So gesehen war der Name der Ansiedlung, auch auf lange Sicht hin, passend gewählt.

Mit den Siedlern kam 1776 das Militär. Zusammen mit 30 Soldaten erreichte Juan Bautista de Anza die Nordspitze der Halbinsel von San Francisco und errichtet eine militärische Befestigung, den Vorläufer des heutigen Presido.
Die begleitenden Franziskanermönche gründeten einige Kilometer landeinwärts die Mission San Francisco de Asìs, die 6. Missionsstation Kaliforniens, die am 17.September 1776 dem heiligen Franziskus von Assisi geweiht wurde.
Während der Bucht der Name des italienischen Heiligen blieb, benannte man die Mission jedoch später um. In Erinnerung an den heute zugeschütteten See ’Laguna de Nuestra Señora de los Dolores’ wurde die Mission San Francisco de Asìs zur Mission Dolores, die noch heute steht.

Nachdem Mexiko am 27. September 1821 von Spanien unabhängig geworden war, beanspruchte es Kalifornien als Teil der neuen Republik. Als mexikanische Provinz war Kalifornien ein dünnbesiedeltes Gebiet, in dem vornehmlich Viehzucht betrieben wurde.
Der junge amerikanische Staat hatte schon bald seine gierigen Augen auf den westlichen Teil des Kontinents geworfen. Man war von dem Gedanken besessen, einen Staat zu schaffen, der sich von der Ostküste bis zur Westküste erstreckte. 1836 bot man der Mexico 500 000 $ für die Bucht und das nördliche Hinterland. Mexiko aber dachte nicht im Traum daran, Kalifornien zu verkaufen.
Im Juni 1846, im Laufe des Krieges zwischen Mexico und den Vereinigten Staaten, rebellierten kalifornische Siedler und Rancher. In ihrem Aufstand, der ’Bear Flag Rebellion’, wollten sie die mexikanische Herrschaft abschütteln. Sie erklärten Kalifornien zur unabhängigen Republik und hissten in Sonoma am Nordrand der San Francisco Bay die (bis heute gültige) neue Staatsflagge mit dem Bild eines Grizzlybären. Dieser Staat sollte aber nur einen Monat existieren.
Zur Unterstützung der Vereinigten Staaten lief der amerikanische Kapitän Montgomery mit seinem Schiff Portsmouth am 9. Juli 1846 Yerba Buena an. Es gab keinen Widerstand, so dass bereits um 8 Uhr morgens desselben Tages die amerikanische Flagge über dem Presidio wehte.
Daraufhin wurde die Siedlung von Yerba Buena in San Francisco umgetauft und das Leben der etwas mehr als 400 Dorfbewohner ging nach diesem Zwischenfall wieder seinen gewohnten Gang.

Der Ort wuchs langsam und wäre noch lange ein verträumtes Provinznest geblieben, wenn nicht ein halbes Jahr später, 145 Kilometer entfernt am American River, auf dem Land des Ranchers Sutter in der Sierra Nevada Gold entdeckt worden wäre.
Über Land und Meer verbreitete sich in Windeseile die Kunde von den enormen Goldfunden. Das Goldfieber ergriff von den Menschen Besitz. Anlaufstelle der Goldsucher aus Übersee war der Hafen von San Francisco. Über Nacht dampften immer mehr Schiffe mit Abenteurern aus aller Welt. Kaum an Land, bauten sie als erstes ihre Zelte auf. Bald glich die Stadt einem einzigen Zeltlager.
Von San Francisco schwärmten sie aus und wühlten sich auf der Suche nach dem Edelmetall bis hinauf zur Sierra Nevada. Den Berichten zufolge sollen, bis auf 10 Einwohner, alle in die Berge zu den sagenhaften Goldschätzen aufgebrochen sein.
Zu diesen Glücksrittern zählte auch Levi Strauss, der 1850 aus Windsheim in Bayern nach San Francisco ausgewandert war. Von der Habe, die er mit sich geführt hatte, waren ihm nach geschäftlichen Rückschlägen nur Segeltuchballen geblieben. Da die Prospektoren den Stoff nicht für Zelte brauchen konnten, kam er auf den Gedanken, daraus reißfeste Hosen für die Goldsucher zu schneidern, welche auch gleich reißenden Absatz fanden.
Der bald verbreitete Name Jeans stammte vom französischen Wort für Genua (gènes), denn der weite Schnitt erinnerte an die frühen Hosen der genuesischen Seeleute.
Der Anschluss an die Vereinigten Staaten, unter deren Schutz ja die von Mexiko abgefallenen Kalifornier standen, wurde am 9. September 1850 vollzogen, als Kalifornien als 31. Staat in die Vereinigten Staaten integriert wurde.

Weiteren Auftrieb für die Stadt gab die Fertigstellung der Eisenbahn quer durch den nordamerikanischen Kontinent. 1869 wurde die Ost-West-Verbindungslinie eingeweiht. Für den Bahnbau wurden Tausende von billigen chinesischen Arbeitern ins Land geholt. Viele ließen sich später in San Francisco nieder und gründeten Chinatown.
Aus der kleinen Siedlung von 1000 Einwohnern im Jahre 1845 wuchs bis 1900 eine Großstadt mit über 340 000 Einwohnern heran. Noch immer vermuteten viele dort das Paradies, obwohl, wie jeder weiß, man eher auf einem geladenen Pulverfass sitzt, verläuft doch mitten durch die Bucht die berüchtigte San-Andreas-Spalte.

Der 18. April ging dann als der schwärzeste Tag in der Geschichte der Stadt ein. Ein Erdbeben, mit dem Wert 8,3 auf der Richter-Skala, legte einen großen Teil San Franciscos in Schutt und Asche. Das Erdbeben war aber nicht so schlimm wie die Feuerbrunst, die aufgrund der gebrochenen Gasleitungen ausbrach. Ein Riesenchaos folgte. Tausende schliefen im Park während das Feuer das vernichtete, was das Beben verschont hatte. Die Feuerwehr führte drei Tage einen aussichtslosen Kampf gegen 52 Großbrände. Als nach der Sprengung der Villen an der Van Ness Avenue das Feuer endlich unter Kontrolle gebracht werden konnte, waren 452 Menschen tot und über 80% aller Gebäude zerstört, 300000 wurden Obdachlos.
Mit der Unterstützung der ganzen Nation begann sofort der Wiederaufbau, allerdings mit neuen Vorkehrungen zur allgemeinen Erdbebensicherheit. Innerhalb von drei Jahren entstanden 20 000 neue Häuser, und nach fünf Jahren strahlte ein neugeborenes San Francisco über der Bucht.

1936 und 1937 erhielt San Francisco mit der Oakland Bay Bridge und der Golden Gate Bridge nicht nur zwei neue Wahrzeichen, sondern zudem die lang ersehnte Straßenverbindung auf die östliche und die nördliche Seite der Bucht, was gleichzeitig das Ende zahlreicher Fährbetriebe bedeutete.
Im Zweiten Weltkrieg war San Francisco einer der wichtigsten Häfen für den Krieg im Pazifik.
Delegierte vieler Länder trafen sich am 24. Juni 1945 im Opernhaus von San Francisco und unterzeichneten die Gründungsurkunde der Vereinigten Nationen.

„Make love, not war“: In den sechziger Jahren wurde San Francisco zum Sammelpunkt einer neuen Bewegung. Hippies, die die Macht der Blumen und der Liebe propagierten und sich dem Gesellschaftssystem ihrer Eltern und der Teilnahme am Vietnamkrieg verweigerten, erkoren die Stadt zum Zentrum ihrer Bewegung, den Stadtteil Haight-Ashbury zu ihrem Wohnort.
Höhepunkt und gleichzeitig Ende der Bewegung war der legendäre Summer of Love, der 1967 rund 500 000 junge Leute in die Stadt lockte.
Im folgenden Jahrzehnt avancierte die Metropole am Golden Gate zum Wegbegleiter der Rechte von Homosexuellen in den USA. Ausgangspunkt dieser Bewegung waren jene Soldaten, die wegen tatsächlicher oder angeblicher gleichgeschlechtlicher Neigung die Armee verlassen mussten.
Viele blieben in San Francisco, da ihnen die Stadt erheblich besser gefiel, als die Vorstellung, in ihrer Heimat den Grund ihrer Entlassung aus dem Militär vertreten zu müssen.

Die Vorkehrungen zur allgemeinen Erdbebensicherheit machten sich bezahlt, als am 17. Oktober 1989 ein neuerliches schweres Erdbeben die San Francisco Bay mit einer Stärke von 7,1 heimsuchte. Die Schäden hielten sich aber in Grenzen.
Die meisten der 63 Toten gab es auf der Oakland Bay Bridge, wo ein Segment der oberen Fahrbahn während der Rush Hour auf die darunter liegende stürzte und zahlreiche Autos unter Betonbrocken und Stahlteilen begrub.

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