


Guten Morgen Norwegen! Ein Blick hinten den Vorhang nach draußen offenbart, dass es schon hell geworden ist. Oder immer noch hell ist? Hier herrscht eine ganz eigene Philosophie von Zeit. Hier sollten Eltern auch ihren Kindern im Sommer nie erlauben, bis zum Dunkelwerden draußen zu bleiben.
Brücke zum Festland bei Tromsø
Aufgenommen am: 06.08.2003
Nach
einer Stärkung am Frühstücksbuffet wollen
wir unsere ersten norwegischen Kilometer unter die Räder
nehmen. Wir folgen ein wenig der Strecke zurück zum Flughafen.
Auf einmal sind die Straßen mit Leben gefüllt. Es
ist Donnerstag morgen und die meisten sind auf dem Weg zur Arbeit
oder zum Einkaufen. Immerhin hat Tromsø knapp 60000 Einwohner
und ist zudem die nördlichste Universitätsstadt. Wir
durchfahren die Innenstadt, überqueren die Brücke zum
Festland und an der Eismeerkathedrale vorbei geht es hinaus aus
der Stadt. Wir nehmen uns vor, Tromsø am Ende der Reise
näher kennen zulernen, wenn wieder endlose Stunden bis zum
Abflug tot geschlagen werden müssen.
Die ersten Elchwarnschilder tauchen neben der Straße auf und leider auch die ersten „Blitzkästen“. Hier muss man echt vorsichtig fahren, denn obwohl man auf dem Weg in die Einsamkeit ist, hält doch auch hier der norwegische Staat die Hände weit offen. Für eine Geschwindigkeitsübertretung kann man leicht ein paar hundert Kronen locker machen oder sogar den Führerschein verlieren.
In Nordkjosbotn halten wir an, um uns die Beine zu vertreten.
Der Himmel ist zwar bewölkt, aber wenigstens regnet
es nicht. Wir versuchen, einige Schilder zu lesen, geben
es dann
aber doch
auf.
Wir
setzen unsere Fahrt Richtung Fossbakken fort, wo wir auch
zu Mittag
essen. Als ob eine höhere Macht unsere Pläne zu kennen
scheint, hört der Regen in dem Moment auf, als wir auf
den Parkplatz des Restaurants einbiegen.
Allzu große Erwartungen haben wir nicht. Das Restaurant
sieht von außen eher unscheinbar aus. An verschiedenen
Ecken wird am Gebäude gearbeitet und ausgebessert. Der Sommer
ist kurz. Drinnen überrascht die sehr freundliche Atmosphäre.
Eine Holzdecke, ein angedeutetes Fachwerk an der Wand, dazu
Tische mit blauen Tischdecken und einer Menge Kerzen vermitteln
ein
wenig Behaglichkeit. Wir nehmen einen Teller ihrer Tagessuppe
zu uns und fahren weiter.
Fjord bei Laksvatn
Aufgenommen am: 31.07.2003
Unterwegs
säumen rechts und links die von unzählbaren
Postkarten und Reisekatalogen bekannten norwegischen Holzhäuser
die Straße, vornehmlich in den Farben rot, gelb und blau.
Inzwischen scheint auch wieder die Sonne. Feuchte Dächer
reflektieren das Sonnenlicht und überall tropfen die letzten
Regentropfen von Dachrändern. Hier und da ist ein leichter
Regenbogen zu erkennen.
Wir unterbrechen unsere Fahrt in Harstad, mehr ist heute
nicht mehr zu schaffen. Was auf der Landkarte so nah aussieht,
zieht
sich Wirklichkeit doch unheimlich in die Länge, wenn man
bedenkt, dass man praktisch um jeden Fjord einen großen
Bogen fahren muss. Und wenn einem dann noch die Faszination packt
und man immer wieder anhält, um die neuen Eindrücke
zu verewigen, nimmt das noch mal zusätzlich Zeit in
Anspruch.
Abendstimmung in Harstad
Aufgenommen am: 31.07.2003
In
Harstad wohnen wir direkt am Hafen. Da ich ein wenig Ruhe
vertragen kann, ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück und
sehe ein wenig fern. Da in Norwegen die meisten Filme nicht synchronisiert,
sondern nur mit Untertiteln versehen werden, kann ich der Handlung
auf Englisch ganz gut folgen. Kurz vor 23Uhr gehe ich runter
zum Hafen. Es ist genau die richtige Entscheidung gewesen, denn
gerade geht die Sonne hinter einer Bergkette auf der anderen
Seite des Fjords unter. Einige Yachten sind noch unterwegs und
der Himmel färbt sich orange und ist es wohl auch die
ganze Nacht geblieben...