2003 / 2004 Skifahren im Zillertal

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Über Silvester im Zillertal: Skifahren und andere Probleme

28.12.2003 Ankunft in Mayrhofen - fast kein Schnee

Was tut man nicht alles, um ein paar Cent zu sparen – man fährt mit der Bahn. Ein eigenes Auto habe ich (noch) keins und das einzige, was in der Familie noch zur Verfügung stehen würde, hat keine Winterreifen, was bei einer Anfahrt zu einem Skiurlaub aber vielleicht von Nutzen sein könnte.
Also wie gesagt, wir fahren mit der Bahn. Oh, da rede ich schon wieder von „wir“, ohne überhaupt zu erwähnen, dass auch dieses Mal meine Schwester mich wieder begleiten wird.

Unsere erste Etappe führt uns von Düsseldorf durchs Rheintal nach Mainz, was wir komplett verschlafen, und weiter über Mannheim, Stuttgart, Augsburg und Ulm nach München.
In der achten Klasse unseres Gymnasiums waren wir zum Skifahren in die Dolomiten gefahren. Das war jeweils unser erster und bisher einziger Kontakt mit Skiern. Bei meiner Schwester Christina ist das nun fast vier Jahre her, bei mir sogar schon fast 9 Jahre zurück. Es wird also in der Tat mal wieder Zeit, sein Glück zu versuchen. Doch wo und wann?
Hauskapelle vor dem Hotel Edenlehen Aufgenommen am: 28.12.2003 Hauskapelle vor dem Hotel EdenlehenDurch meine Ausbildung bedingt habe ich nur zu Weihnachten und im Februar Zeit. Christina geht noch zur Schule, so dass sich ihr nur die Ferien anbieten, sprich Weihnachten/Silvester, die Hauptreisezeit. Hat aber auch den Vorteil, dass man weniger Urlaubstage opfern muss.
Nun, wo wir schon mal den zeitlichen Rahmen abgesteckt haben, brauchen wir noch ein passendes Skigebiet mit möglichst hoher Schneewahrscheinlichkeit. Ich denke, beim Hintertuxer Gletscher am Ende des Zillertals, der über 3000 m hoch liegt, wird wohl jeder auf Schneesicherheit tippen.

Da wir genau zur Hochsaison unterwegs sind, habe ich mich sehr früh (Juli) auf die Suche nach einem passenden Hotelzimmer begeben. Ich verfasste an alle Hotels, die mir Google lieferte, eine E-Mail, in der ich um eine Zimmerauskunft bat. In den nächsten Tagen erreichten mich über hundert Antworten, die meisten waren Absagen. Teilweise waren es Vordrucke, in die nur der Name eingetragen wurde, teilweise wurden aber die Antworten sogar von Hand erstellt mit Hinweisen, es in weiteren befreundeten Pensionen zu versuchen. Man muss das hier einmal lobend erwähnen. Ein Hotel war allerdings so dreist nur die Zeilen „Wir sind total überbelegt“ ohne Anrede und Unterschrift zu senden.
Hotel Edenlehen in Mayrhofen Aufgenommen am: 28.12.2003 Hotel Edenlehen in MayrhofenZwischen den vielen Absagen und sündhaft überteuerten Angeboten (über 300€ pro Person und Nacht) fanden sich dann doch vier brauchbare Angebote ein. Allen vier gestattete ich einen Besuch auf der entsprechenden Webseite ab und entschied mich letztendlich für das Edenlehen. Ein allabendliches 4-Gänge-Menü nach Wahl, großer Wellness-Bereich im Keller, gemütliche Atmosphäre und die Skibushaltestelle direkt vor der Tür überzeugten mich.

Wir erreichen München Hbf und steigen aus dem Zug. Ging ja schneller, als ich die Strecke in Erinnerung habe, obwohl wir noch zusätzlich in Remagen, Andernach, Göppingen und Plochingen gehalten haben, was der InterCity früher nicht tat.
Bis zu unserem Anschlusszug ist es noch weit über eine Stunde und wir beschließen, unser sperriges Gepäck in einem Schließfach zu verstauen und uns ein wenig die Beine zu vertreten. Wir werden heute noch genug auf Bahnhöfen die Beine in den Bauch stehen oder die Sitze in den Zügen platt sitzen. Es ist schon fast eine Kunst, unsere beiden großen Koffer in ein einziges Schließfach zu bekommen. Hoffentlich können wir die Koffer auch anschließend wieder befreien.
Da heute Sonntag ist, liegt die Münchener Innenstadt recht trostlos vor uns. Überreste vom Weihnachtsmarkt und eine künstliche Eisbahn, auf der einige Leute ihre Runden drehen, bleiben das einzige aufregende, was sich in der Kürze der Zeit bietet, wenn wir nicht auf der Suche nach einer Stadtsparkasse wären. Liegt es an Murphys Gesetz, dass stets der ungünstigste Fall eintritt oder verstecken die ihre Filialen absichtlich? Wir passieren zuallererst sämtliche andere Banken, die einem nur einfallen und lernen auch viele neue kennen, bis wir dann endlich die Stadtsparkasse finden. Wenigstens sind wir jetzt wieder flüssig.

Die nächste Bahnfahrt ist eigentlich nicht der Rede wert. Es reicht gerade für ein zweites Frühstück, da müssen wir in Rosenheim auch schon wieder aussteigen, um mit einer Regionalbahn nach Jenbach zu fahren. „CityShuttle“ steht in großen Lettern seitlich auf den Wagen. Ich frage mich nur, welche Städte sind denn hier gemeint? Überall, wo wir halten, sieht man eigentlich nur eine handvoll Häuser am Fuße eines Berges und kaum hat der Zug wieder beschleunigt, bremst der schon wieder und hält am nächsten Schwung Häuser.
Zillertalbahn im Bahnhof Mayrhofen Zu ausgesuchten Terminen fährt auf der Strecke zwischen Mayrhofen und Jenbach auch noch ein historischer Dampfzug. Aufgenommen am: 28.12.2003 Zillertalbahn im Bahnhof MayrhofenAb Jenbach wird unsere Zugverbindung noch ein Stück kleiner. Mit der Zillertalbahn fahren wir die letzten Meter bis nach Mayrhofen, wo wir hoffentlich schon am Bahnhof erwartet werden. Hier lohnt sich ein Kofferstemmen nicht mehr, außerdem fehlt mir auch langsam jegliche Kraft dazu. Statt dessen erklären wir eine Vierersitzgruppe zu unserem Gepäckabteil und stellen sie gnadenlos zu. An der gegenüberliegenden Vierergruppe nehmen wir selber Platz, wegen meiner langen Beine versetzt sitzend, so dass wir alles in allem acht Plätze belegen. Ist aber nicht weiter schlimm, der Zug ist kaum ausgelastet.
Zentrum Mayrhofen Aufgenommen am: 28.12.2003 Zentrum MayrhofenAuf den Bergen um uns herum liegt noch etwas Schnee, aber auf dem Talboden ist die Ausbeute eher ernüchternd. Über Weihnachten hat es auch bei uns in der Eifel geschneit, doch am 27.12. war alles weggetaut, so dass wir uns in Süddeutschland wie wild gefreut haben, auf einem Feld wieder eine mehr oder weniger geschlossene Schneedecke gesehen zu haben. Doch hier ist es alles andere als weiß. An einigen Stellen sind graue Schneematschberge zu erkennen, die wohl Reste von zusammengeräumten Schnee darstellen, aber wie gesagt nur Reste.

In Mayrhofen steigen wir mit 5 Minuten Verspätung aus dem Zug und werden vom Chef des Hauses persönlich empfangen und zum Hotel gebracht. Wir kommen gerade richtig, um nach einem kurzen Zimmerbesuch noch am Abendessen teilzunehmen.
Den ersten Abend wollen wir noch mit einem kleinen Rundgang durch den Ort abschließen, doch wir laufen orientierungslos in die falsche Richtung und sind relativ enttäuscht, dass der Ort so klein und ausgestorben ist. Ganz anders, als man ihn sich vorstellt. Ein Blick auf den Ortsplan, der neben der Rezeption ausliegt, hätte vielleicht sofort den richtigen Weg gewiesen, aber das wäre wohl zu einfach gewesen, oder?

Übernachtung: Hotel Edenlehen - MayrhofenBewertung: Gut! Bewertungsnote 2
Kommentar: sehr ruhige Lage abseits des Ortskerns, aber zu Fuß und mit dem Skibus gut erreichbar
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