2000 USA: Kalifornien & Las Vegas

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Kalifornien & Las Vegas - meine erste eigene Reise

24.04.2000 San Francisco: Golden Gate Bridge

Die Antwort lautet: Ja! Man kann es noch toppen. Für heute habe ich mir die Besichtigung der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz vorgenommen. Ich bin schon relativ früh unterwegs, also glaube ich, dass vor mir noch nicht so viele Leute am Kartenschalter gewesen sind, so dass für mich auch noch eine Karte übrig bleiben wird.
Voller Hoffnung mache ich mich auf den Weg zur Cable Car. Dort, wo gestern eine riesige Menschenschlange noch die Wendestelle umschlossen hat, stehen heute früh kaum 15 Personen. Ich kann es fast kaum glauben. Als der nächste Wagen vorfährt, schaffen wir es mühelos, alle Fahrgäste unterzubringen. Dieses Mal bekomme ich einen Stehplatz auf einem der seitlichen Trittbretter, und zwar ganz links vorne mit Blick auf die Strecke.

Mit lautem Klingeln setzt sich der Wagen in Bewegung. Zügig erklimmen wir den Berg auf der Powell Street. Entgegenkommende Cable Cars fahren ganz schön dicht an einem vorbei. Auf den Trittbrettern stehend sollte man sich also nicht zu weit herauslehnen.
gestrandete Cable Car anschieben Uns fehlte einfach der Schwung nach dem Berg an der Powell Street, so dass wir alle aussteigen und anschieben helfen mussten. Aufgenommen am: 24.04.2000 gestrandete Cable Car anschiebenWir steuern auf die Kreuzung California Ecke Powell zu, wo wir die Gleise der California Street Line kreuzen. Und diese Stelle ist etwas ganz besonderes: das Kabel der California Street Line wird über das Kabel der Powell Street geführt. Das bedeutet, ein Fahrer auf der Powell Street muss vor der Kreuzung das Kabel aus seinem Grip genannten Greifarm fallen lassen und mit Schwung über die Kreuzung fahren, um nicht das quer verlaufende Kabel mitzureißen. Der Haken an der Sache ist nur, dass wir einen ziemlich steilen Berg hinaufkommen und das Kabel erst am Scheitelpunkt fallengelassen werden darf, etwa 3 m vor dem Kreuzungspunkt, also innerhalb einer sehr kurzen Wegstrecke. Ein eiliger Autofahrer nimmt uns die Vorfahrt und zwingt uns vorzeitig zu bremsen. Tja, und da sind dann auch der Schwung und das Kabel weg, so dass der Wagen nun antriebslos auf der Kreuzung steht. Aber für solche Fälle gibt es ja auch noch die Fahrgäste, die einmal anschieben helfen dürfen.
Was mich aber wirklich erstaunt und bei uns zulande wohl unmöglich wäre ist folgendes: um das Gewicht der Bahn zu reduzieren und um beim Anschieben zu helfen, müssen alle Fahrgäste aussteigen. Aus Gründen der Fairness ruft der Fahrer auf der anderen Seite der Kreuzung seinen Helfern und den wartenden Fahrgästen an der Haltestelle zu „Same people same places“ und tatsächlich: Es klappt! Niemand nimmt mir meinen Logenplatz weg und die Fahrgäste an der Haltestelle treten erst einen Schritt auf den Wagen zu, als alle anderen wieder auf ihrem Platz sind!

Am Fisherman’s Wharf angekommen trotte ich zu den Verkaufsschaltern am Pier 41. Glück gehabt: Noch keiner vor mir da. Ich schau mich nur ein wenig um, zu welchem Schalter ich gehen muss, als mir ein kleines Schild auffällt: „No tickets available until Wednesday!“ Und heute ist Montag und morgen fahren wir weiter. Das wird also heute nichts mehr mit Alcatraz. Im selben Augenblick kombiniere ich messerscharf, dass es wohl möglich ist, Karten für Freitag zu kaufen. Freitag werde ich nach Beendigung der Bustour auf eigene Faust wieder in San Francisco sein, also wird es doch noch etwas mit dem Inselbesuch.
Golden Gate Bridge Aufgenommen am: 24.04.2000 Golden Gate BridgeVergnügt über die Tatsache, dass ich der einzige aus meiner Reisegruppe sein werde, Alcatraz zu betreten, mache ich mich auf den Weg zur Golden Gate Bridge, meinem Ersatztagesprogramm. Wenn ich doch nur jetzt schon ihre Gesichter sehen könnte, wie ich ihnen die Karten zeige. Ich weiß, ich bin gemein, aber nach allem, was in diesem Urlaub schon schief gegangen ist, darf man doch wenigstens einmal auch etwas Glück abbekommen.

Ich hole meinen Walkman aus dem Rucksack und höre ein wenig gute Musik während ich den Rest des Weges von Fort Mason zur Brücke am Ufer entlang laufe. Wer ein wenig ausdauernd ist, der schafft diese Strecke spielend.
Golden Gate Bridge Aufgenommen am: 23.04.2000 Golden Gate BridgeKurz vor der Brücke schlage ich mich auf Trampelpfaden den Berg hinauf, um die Brückenrampe zu erreichen. Hier kommen mir gleich deutlich weniger Menschen entgegen als unten am Ufer. Ich liebe diesen Weg irgendwie. Klein, aber fein, und mit einem wirklich schönen Blick auf die Brücke der Brücken zwischen den grünen Bäumen hindurch.
Den überfüllten Souvenirladen lasse ich links liegen und mache mich direkt auf den Weg, die Brücke in der nächsten halben Stunde zu überqueren. Den Autolärm nehme ich gar nicht richtig wahr. Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt, die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Die kühne Konstruktion, die bereits in den 30er Jahren errichtet wurde, der Ausblick auf die Stadt und die Bucht, das alles muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben.
Je weiter ich laufe, desto leerer wird es um mich herum. Zwischen den beiden Hauptpfeilern ist man praktisch der einzige Fußgänger. Jeder geht nur mal ein Stück auf die Pfeiler zu und dann wieder zurück zu seinem Wagen auf dem Parkplatz.

An der gegenüberliegenden Seite angekommen, mache ich Rast und genieße den Ausblick. Das ist der Lohn für die Mühe. Bald setze ich mich wieder in Bewegung, um zur südlichen Seite zurückzukommen. Auch hier mache ich wieder Rast und zwar auf einer etwas versteckten Aussichtskanzel, die fernab der Straße oder des Parkplatzes liegt und somit nun nur mir alleine gehört. Ich mache es mir bequem und lese ein wenig in meinem Reiseführer, mache mir Notizen und genieße die Sonne, wie sie vom strahlend blauen kalifornischen Himmel auf mich herab scheint. Der erfrischende Wind lässt auch die Temperaturen angenehm erscheinen.
The Embarcadero, San Francisco Aufgenommen am: 28.04.2000 The Embarcadero, San FranciscoDann höre ich hinter mir Schritte. Jemand anderes kommt herauf. Ich bekomme Besuch von zwei jungen Mädchen, die sich in die gegenüberliegende Ecke setzen und anfangen, sich auf Deutsch zu unterhalten bzw. mehr oder weniger über Mitglieder ihrer Gruppe herzuziehen. Sie scheinen sich ziemlich ungestört zu fühlen. Wer kann denn schon Deutsch in einem Land so fern der Heimat. Wenn die wüssten... Irgendwann ist es mir genug von der Aussicht und ich beschließe, in die Stadt zurückzulaufen. Im Vorbeigehen lächle ich die beiden höflich zu und wünsche ihnen (natürlich auf Deutsch) noch einen schönen Nachmittag. So schnell habe ich noch niemanden rot werden sehen.

Zurück in der Stadt mache ich mich auf den Weg zum Hard Rock Café. Auf der Cable Car bemerke ich zum ersten Mal, dass mir irgendwie der Nacken schmerzt. Woher kommt das nur? Erst beim zweiten Überlegen stelle ich fest, dass es sich wohl um einen Sonnenbrand handelt. Das ist aber auch tückisch. Durch den angenehmen Wind, den angenehmen Temperaturen usw. bemerkt man gar nicht, wie stark doch die Sonne hier ist, bzw. man merkt es erst, wenn es schon zu spät ist.

Übernachtung: Ramada Plaza International - San Francisco, CABewertung: nicht ganz so toll Bewertungsnote 4
Kommentar: ziemlich klein und schon etwas abgewohnt
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