2000 USA: Kalifornien & Las Vegas

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19.04. Düsseldorf - Paris - LA 20.04. > Las Vegas 21.04. > Death Valley - Visalia 22.04. > Yosemite - Modesto 23.04. > SF: Stadtrundfahrt 24.04. SF: Golden Gate Bridge 25.04. > Highway #1, Oxnard 26.04. > Los Angeles, Hollywood 27.04. > San Francisco 28.04. SF: Alcatraz 29.04. SF: zu Fuß 30.04. > Paris - Düsseldorf Fazit

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Kalifornien & Las Vegas - meine erste eigene Reise

28.04.2000 San Francico: Coit Tower, Alcatraz

San Francisco die Zweite! So könnte man die folgenden Tage beschreiben. Alles, was ich im Rahmen der knappen Bustour nicht geschafft habe, kann ich nun nachholen.
Natürlich beginnt der Morgen mit einer Cable-Car Fahrt. Wie schon vor drei Tagen ist der Andrang an der Endstelle Market Street eher gering, so dass ich mit dem nächsten Wagen direkt fahren kann. Am Fisherman’s Wharf traue ich fast meinen Augen nicht: Wo sind all die Leute hin? Es steht niemand(!) an der Wendestelle und wartet. Diese Gelegenheit kann ich mir einfach nicht entgehen lassen und so fahre ich dieselbe Strecke noch einmal zurück - und wieder hin…

Coit Tower auf dem Telegraph Hill Aufgenommen am: 28.04.2000 Coit Tower auf dem Telegraph HillEs bleibt noch eine kleine Ewigkeit bis meine Fähre auf Alcatraz Island übersetzt. Ich mache mich zu Fuß auf, den Telegraph Hill zu erklimmen und von dort oben, wo auch der Coit Tower über der Stadt wacht, die Aussicht auf die Bucht zu genießen.
Am Anfang lässt sich die Straße noch ganz gut laufen, doch dann wird sie immer steiler. Bei benachbarten Häusern stößt das Erdgeschoss des einen Hauses an die erste Etage des nächsten. So groß ist bereits der Höhenunterschied.
Ausblick vom Telegraph Hill auf die San Francisco Bay Auf dem Telegraph Hill steht der Coit Tower. Vom Parkplatz davor entstand diese Aufnahme. Aufgenommen am: 28.04.2000 Ausblick vom Telegraph Hill auf die San Francisco BayDie Straße verschwindet nun in ein kleines Waldstück und als Fußgänger kann man eine – wenn auch noch steilere – Abkürzung nehmen. Oben angekommen bin ich zunächst etwas geschafft. Just in diesem Moment fährt der Linienbus vor. Soll ich jetzt weiter stolz auf meinen Aufstieg sein oder eher frustriert, dass ich die Möglichkeit, mit dem Bus hierauf zu kommen, übersehen habe?
Der Ausblick von hier oben ist zwar durch die Bäume ein wenig begrenzt, aber man kann ganz gut Alcatraz in der Bucht liegen sehen und auch Angel’s Island am Horizont. Aus dieser Perspektive könnte man es fast für Festland halten. Um etwas länger etwas von der erreichten Höhe zu haben, werfe ich erst einmal ein zweites Frühstück ein, bevor ich mich wieder auf den Abstieg mache. Runter ist ja bekanntlich einfacher als rauf.

Silverman Group am Fisherman's Wharf Bis mein Schiff nach Alcatraz Island ablegt habe ich noch ein wenig Zeit. Diese verbringe ich mit Menschenbeobachten am Fisherman's Wharf. Aufgenommen am: 28.04.2000 Silverman Group am Fisherman's WharfAm Fisherman’s Wharf, direkt vor Pier 41 hat sich die Silverman Gruppe aufgestellt. In silbernen Sachen gekleidet und mit reichlich silberner Farbe im Gesicht bewegen sie sich maschinenartig zum Rhythmus der Rap-Musik. Ist zwar nicht meine Musikrichtung, aber die Gruppe ist nett anzusehen.

Langsam wird es Zeit für die Überfahrt. Ungeduldig stehen sie alle schon in einer endlosen Schlange am Pier. Wozu die Hektik? Wir kommen doch alle mit. Ich sehe mich lieber noch ein wenig um und reihe mich danach ein, als nur noch etwa ein Fünftel der Schlange vorhanden ist. Für die kurze Überfahrt braucht man sich doch um keine besonderen Plätze auf dem Schiff zu streiten, aber einige denken, sie müssen einfach überall und nirgends die ersten sein.
Alcatraz: Zellenblock von außen Aufgenommen am: 28.04.2000 Alcatraz: Zellenblock von außenWir machen auf Alcatraz Island fest und da ich zuerst nicht so recht weiß, wie es weitergeht, laufe ich als gehorsames Herdentier einfach hinter den anderen her, bis ich rechts von mir eine Tür offen stehen sehe: „Audio Tour starts here“ Jeder bekommt ein paar Kopfhörer und einen Walkman und schon steht der Erkundung auf eigener Faust nichts mehr im Wege.

Zuerst geht es durch den Zellenblock. Eine Zelle gleicht der nächsten. Dunkel, klein und ungemütlich. Man muss einmal darüber nachdenken: Hier haben Menschen bald die Hälfte ihres gesamten Lebens verbracht. Die konnten nicht um 4 die letzte Fähre nehmen. Sie konnten sich nicht einmal frei durchs Gebäude bewegen. Sie waren auf ihren 4 Quadratmetern eingesperrt, stets dasselbe Bild vor Augen. Zu drei Seiten kahle, grüne Wände, zur vierten Seite einen Satz Gitterstäbe. Gut, man mag jetzt sagen, sie hatten es verdient, es ist aber trotzdem mal eine Überlegung wert.
Alcatraz: Einzelzelle Aufgenommen am: 28.04.2000 Alcatraz: EinzelzelleDie Zellen haben übrigens keine Türschlösser, sondern wurden vom Ende des Ganges ferngesteuert. In der Zelle war stets nur das nötigste vorhanden. Selbst Rasierklingen wurden extra gebracht. Die Gefangenen hatten jeden Tag den gleichen Tagesablauf. Ein Tag war wie der andere. Essen im Speisesaal, Laufen im Hof, einige durften sogar arbeiten. Sie waren wohl die Glücklichen unter den Gefangenen.

Vom Speisesaal hat man durch die dreckigen vergitterten Fenster einen schönen Blick auf San Francisco. Auch von den Zellen der Außengänge in den höheren Etagen musste man eine schöne Sicht auf das Leben draußen werfen können, das Leben, das an einem vorbeigeht.
Einige Zellen stehen offen und man kann sie betreten. Ein Besucher würde gerne einmal erleben, wie es ist, eingesperrt zu sein, aber der Ranger, der hier alles so ausführlich erklärt, hält das für keine gute Idee: „Das haben wir mal gemacht und später klemmte die Türe. Wir mussten einen Schlosser aus San Francisco kommen lassen und der Gast wurde 2 Stunden später befreit.“
Gut, so kurz war sicher keine Haft auf Alcatraz gewesen, doch ich würde es hier nicht länger als nötig aushalten. Wie gut, dass ich jetzt einfach auf die nächste Fähre nach San Francisco steigen kann.

Übernachtung: Clarion Bedford - San Francisco, CABewertung: guter Durchschnitt Bewertungsnote 3
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