Grand Canyon NP

Startseite > Reiseziele > USA > Arizona > Grand Canyon NP > Beschreibung

Präsentation:

Beschreibung Parkplan / Sehenswertes Touristeninformation Fotogalerie Links

Reiseberichte:

2006 USA Südwesten 2002 USA Südwesten 2001 USA Südwesten
Verbesserungsvorschläge?

Beschreibung

Geschichte

In Höhlen des Canyons fand man mehrere tausend Jahre alte Gegenstände und Felsmalereien archaischer Indianer. Man nimmt an, dass diese Menschen im Canyon jagten, Salz gewannen und sich zu religiösen Riten dorthin zurückzogen. Die Havasupai-Indianer, die noch heute im Canyon leben, flohen im 12. Jahrhundert vor feindlichen Plateau-Indianern in eines der zahlreichen Seitentäler des riesigen Canyons.
1540 erreichten die ersten spanische Entdecker den Südrand. Die Begeisterung über die Entdeckung hielt sich in Grenzen, stellte der Canyon doch ein unüberwindbares Hindernis auf dem Weg in den verheißungsvollen Westen dar. Es dauerte denn auch 236 Jahre, ehe erneut ein Weißer, der spanische Franziskanerpater Francisco Garces, am Rande des Grand Canyon stand.

Erst die Flussexpedition des kriegsversehrten ehemaligen Majors John Wesley Powell von 1869 und 1871 haben den Grand Canyon, benannt nach dem ihn durchfließenden Grand River, der 1921, sehr zum Ärger der Arizoner, in Colorado River umbenannt wurde, in das Bewusstsein der Amerikaner gebracht.
Die ersten, die sich das Gebietes bemächtigen, waren Erzschürfer. In ihrem Schlepptau waren bereits im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts die ersten Touristen an den Canyon-Südrand gekommen, denen die Miener Wegzölle abverlangten. 1880 entstanden am Südrand die ersten Touristenunterkünfte und nach und nach das Grand Canyon Village.
Um die Jahrhundertwende bekundeten Elektrizitätsgesellschaften ihr Interesse am Grand Canyon und an der Wasserkraft des Grand Rivers. Der Bau einer Staumauer am Canyonausgang konnte jedoch verhindert werden.
Der Grand Canyon wurde 1919 zum Nationalpark erklärt.
Die Erschließung des abgelegenen Canyon-Nordrandes erfolgte in den 1920er Jahren.

» mehr zu den Highlights des Grand Canyon NP (Parkplan / Sehenswertes)

Geologie

Der unterste Teil des Canyons, die sogenannte Inner Gorge, setzt sich aus 2 Mrd. Jahre altem, von rosaroten Granitadern durchsetztem Schiefer, Überresten eines 1,2 Mrd. Jahre alten Kalk-Algenriffs, rotem Schiefer und hartem, klippenbildendem Quarzsandstein zusammen.
Brauner Sandstein (Tapeats-Sandstein) bildet den Rand der inneren Schlucht. Sie wird überdeckt von einer etwa 140 m hohen grünen, 500 Mio. Jahre alten Schieferschicht (Bright-Angel-Schieferton), welche reich ist an versteinerten Trilobiten (Dreilappenkrebsen).
Es folgt eine poröse graue Kalkschicht (Muav-Kalkstein), aus der nach großen Regenfällen gespeichertes Regenwasser in den Canyon stürzt.

Die auffälligste Gesteinsschicht ist die durchschnittlich 250 m hohe rote Kalksteinschicht in der Mitte der Canyonwand (Supai-Formation). Die klippenbildende, teilweise überhängende Schicht ist vor 325 Mio. Jahren entstanden und besteht überwiegend aus den Kalkskeletten von Meeresorganismen. Die Rotfärbung des grauen Kalksteins stammt von Eisenoxyden aus der darüber liegenden Gesteinsschicht, bestehend aus einer tiefroten, an fossilen Pflanzen- und Tierabdrücken reichen Schieferschicht (Hermit-Schieferschicht) und einer ebenfalls fossilienreichen, hellgrauen Sandsteinschicht (Coconino-Sandstein). Letztere enthält Abdrücke und Schleifspuren primitiver Reptilien, Skorpione, Insekten und Würmer.

Der rote und gelbe Sandstein mit der Kalksteinmittelschicht (Toroweap-Kalkstein) und der harte, klippenbildende, 100 m dicke, 230 Mio. Jahre alte sogenannte Kaibab-Kalkstein bilden den obersten Canyonrand.
Zweifellos vorhanden gewesene, jüngere Ablagerungsschichten sind vollständig abgetragen worden.
Der Canyon begann sich vor etwa 17 Mio. Jahren im Zusammenhang mit der Entstehung des Coloradoplateaus, zu welchem er gehört, zu bilden. Die Sedimentschichten wurden mit einer leichten Neigung nach Südwesten hin langsam auf über 2000 m angehoben.
Den bis dahin nach Südosten fließende Colorado River zwang die Hebung, seinen Lauf komplett zu ändern und in Richtung Südwesten zu fließen. Gleichzeitig wurde das Gefälle des Flusses und damit dessen Abtragungskapazität erhöht, so dass die Entstehung des Canyons in verhältnismäßig kurzer Zeit erfolgte. Der Höhenunterschied zwischen Südrand (2100 m) und dem Nordrand (2500 m) veranschaulicht die enorme Neigung des Kaibab Plateaus.

Pflanzenwelt

Der niederschlagreiche, 2500 m hoch gelegene Nordrand ist stark bewaldet.
Die dominierenden Bäume sind Douglastannen, Amerikanische Weißtannen und blaue Stechfichten. Größere Zitterpappelbestände unterbrechen den dunklen Tannenwald.
Die frische, leuchtendgelbe Herbstfärbung der Pappeln zieht alljährlich viele Besucher an.
Der Nadelwaldboden ist kaum bewachsen; um die Pappeln herum ist der Boden grasbedeckt.
An den sanfteren Abhängen und an den Terrassen unterhalb des Rim gedeihen einzelne Gebüsche.

Der niederschlagsärmere, 300 m tiefer gelegene Südrand weist halbwüstenhafte Vegetation auf, mit spärlichem Bestand zwergwüchsiger Mexikanischer Steinkiefern und Utah-Wacholdern.
In den wüstenhaften tieferen Lagen des Canyons wachsen Kakteen, Yuccas, Agaven und andere Wüstenpflanzen, wie sie etwa im mexikanischen Hochland anzutreffen sind.
Die Wasserläufe säumen Baumwollpappeln und Gebüsche.

Tierwelt

Die Tierwelt des Grand Canyons ist abgestimmt auf die unterschiedlichen Klimazonen.
An Säugetieren wurden bisher 67 Arten festgestellt. Die häufigsten sind Maultierhirsche, Kojoten, Füchse, Wüstendickhornschafe, Waschbären, Stinktiere und verschiedene Fledermausarten.
Wildesel sind Fremdtiere, die die Erzsucher als Lasttiere mitgebracht und am Ende des Schürfbooms hier zurückgelassen haben. Durch ihre starke Vermehrung bedrohen sie den Lebensraum der selten gewordenen Wüstendickhornschafe.
Der Park ist reich an kleinen Vögeln wie Kolibris, Zaunkönigen, Meisen, Sänger und Waldsänger, Tyrannen und Baumläufen. Verbreitet sind verschiedene Häherarten, Spechte, Raben, Schwalben und die orangebrüstige Wanderdrossel. Von den Greifvögeln seien der Rotschwanzbussard und der Buntfalke erwähnt. Regelmäßige Sommerbewohner sind ferner Truthahngeier.

zum Seitenanfang